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Der Ablauf einer da Vinci® Prostatektomie

Die Lagerung des Patienten:

Der Patient wird in der sogenannten Trendelenburg-Lagerung mit gespreizten Beinen abgesenkt gelagert. Durch diese leichte Schräglage werden die im Bauch liegenden Organe in Kopfrichtung verlagert, um dem Operateur während der da Vinci® Prostatektomie mehr Platz im Beckenbereich zu geben.

Vorbereitung und Positionierung der patientenseitigen Robotikeinheit:

Nach der Lagerung wird dem Patient ein Blasenkatheter gelegt. Es folgen fünf kleine Schnitte (6-11mm), welche halbkreisförmig um den Bauchnabel angeordnet werden. Durch diese Schnitte werden die sogenannten Trokare (Zugangswege) eingebracht.
Drei der insgesamt fünf Zugangswege leiten die mikrochirurgischen Instrumente der Robotikeinheit sowie die 3-dimensionale Kamera ins Operationsfeld. Die zwei zusätzlichen Zugangswege sind für den assistierenden Arzt vorgesehen, welcher direkt am Operationstisch sitzt.
Nach Positionierung der Trokare kann nun die patientenseitige Robotikeinheit angebracht werden. Der Bauchraum wird mit medizinischem CO 2 -Gas unter leichtem Druck befüllt um den Arbeitsraum zu vergrößern.

Beginn der da Vinci® Prostatektomie:

Zu Beginn der da Vinci® Prostatektomie wird der Bauchraum nach Verklebungen untersucht, welche die da Vinci® Operation behindern könnten. Nun wird das vordere Bauchfell von der Bauchwand abgelöst um in das kleine Becken zu gelangen. Bei unauffälligen Verhältnissen werden als erstes die Lymphknoten im Bereich des kleinen Beckens vorsichtig entfernt. Diese werden nach der Operation mit der Prostata zur feingeweblichen Untersuchung geschickt. Hierdurch werden wichtige Informationen zur Ausbreitung und Prognose der Erkrankung gewonnen.

Die Prostata ist umgeben von Bindegewebe, Muskelfasern und Blutgefäßen. Deshalb muss die Prostata erst einmal von diesen freigelegt werden. Mittels des zuvor eingelegten Blasenkatheters wird der Übergang von der Prostata zur Blase identifiziert. An diesem Übergang erfolgt die vorsichtige Trennung der Prostata von der Blase. Im nächsten Schritt werden die hinter der Blase liegenden Samenblasen und die Samenleiter gelöst. Durch die direkte Nachbarschaft des Enddarms zur Prostata ist es wichtig, unter guter Sicht beide vorsichtig voneinander zu lösen. Wenn eine Erhaltung der Erektionsnerven vor der Operation besprochen wurde, werden diese im weiteren Schritt sorgfältig von der Seitenfläche der Prostata freipräpariert.

Hierbei hilft das da Vinci® Operationssystem dem Operateur durch die Vergrößerung und das 3-dimensionale Bild erheblich, die feinen Nerven gut zu erkennen und somit präzise zu lösen. Um die Prostata nun gänzlich entfernen zu können muss als letzter Schritt noch die Harnröhre durchtrennt werden. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass der äußere Schließmuskel nicht verletzt wird, um die Kontinenz zu erhalten.

Nun ist die Prostata komplett abgelöst und wird in einem sogenannten Bergebeutel verbracht. Dieser wird erst am Ende der Operation aus dem Körper entfernt.
In einigen Fällen werden an den Schnitträndern noch mehrere Schnellschnitte zur feingeweblichen Untersuchung entnommen, um zu prüfen, ob auch hier keine Tumorzellen mehr enthalten sind und somit die Umgebung der Prostata tumorfrei ist.
Nach erneuter Kontrolle des Schließmuskels wird die Harnblase durch eine Naht wieder mit der Harnröhre verbunden. Abschließend wird die Blase durch den Katheter mit circa 200 ml medizinischer Kochsalzlösung gefüllt um die Dichtigkeit der Naht zu überprüfen. Ist die Naht dicht, wird auf Bluttrockenheit kontrolliert, dabei wird der CO2-Druck im Bauchraum langsam reduziert.

Nun kann das da Vinci® Operationssystem vom Patienten abgekoppelt werden, der Bergebeutel mit dem Operationspräparat wird durch eine Erweiterung des Bauchnabelschnittes geborgen.
Nach Entfernen der Trokare werden die kleinen Schnitte mit selbstauflösendem Faden genäht.
Es folgt noch ein steriler Wundverband, in der Regel ist keine Wunddrainage erforderlich.

Die Nachbehandlung der da Vinci® Prostatektomie:

In der Regel wird fünf Tage nach der da Vinci® Prostatektomie die Verbindungsstelle zwischen Blase und Harnröhre durch eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel auf ihre Dichtigkeit überprüft und der Dauerkatheter entfernt.

Am Folgetag wird der Patient bei unauffälligem Verlauf entlassen.